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Allergie

 

Unter einer Allergie versteht man eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose (Umwelt-) Stoffe. Diese gelangen entweder über die Atemwege oder den Verdauungstrakt in den Körper

 

Ist das Allergen im Körper angekommen, dockt es über verschiedene Mechanismen an Mastzellen an und bringt diese zum „Platzen“, nun wird das sich in der Zelle befindende Histamin frei. Das freigewordene Histamin ist essentiell für die Abwehr körperfremder Stoffe. Leider ist es aber auch Botenstoff bei Entzündungen und Verbrennungen. Daher kommt es nach Freisetzung zum Beispiel zu Juckreiz, Schmerz, Nesselsucht oder einer Kontraktion der glatten Muskulatur, welche sich unter anderem in den Bronchien und im Darm befindet.

 

 

Seit den 1990er Jahren stieg die Zahl der Allergiker stetig an. Es gibt verschiedene Theorien woran das liegen könnte.

 

Einige Forscher führen den Anstieg in den westlichen Industrieländern auf die sogenannte „Dreck- und Urwaldhypothese“ zurück. Soll heißen, durch übertriebene Hygiene wird in der Kindheit und Jugend das Immunsystem nicht ausreichend aktiviert. Vermutet wird, dass der Kontakt mit bestimmten Bakterien, insbesondere in den ersten Lebensmonaten wichtig für die Bildung des Immunsystems ist.

 

Ebenfalls trägt die gesteigerte Umweltverschmutzung durch Abgase eine Mitschuld. Allergene können sich an Feinstaub anheften und so beim Einatmen in tiefere Lungenabschnitte gelangen. An den Pflanzen geht die erhöhte Feinstaub Belastung auch nicht spurlos vorbei, so sorgt er bei Haselsträuchern für Stress, in Folge dessen kommt es zu einer Veränderung der Pollen, auf welche betroffene Menschen immer heftiger reagieren.

 

 

Allergie ist aber nicht gleich Allergie.

 

Pollenallergiker haben eher Probleme mit den Atemwegen bzw. den Augen, da sie in direktem Kontakt mit den Allergenen kommen. Hier rufen sie die bekannten Symptome wie juckende, tränende und/oder brennende Augen und Nase hervor. Unbehandelt kann eine Pollenallergie nach Jahren einen Etagenwechsel vollziehen, d.h. sie wandert von den oberen Atemwegen (Nase, Rachen) nach unten und kann im schlimmsten Fall Asthma hervorrufen.

 

Eine andere Symptomatik hingegen hat man bei Nahrungsmittelallergien. Sie führen meist zu Verdauungsproblemen wie Magenkrämpfen oder Durchfall. Auch kann es zu einem Hautausschlag kommen.

 

 

Während man bei einer Nahrungsmittelallergie die betroffenen Nahrungsmittel strikt meiden sollte, kann man bei Pollenallergie die Beschwerden mit Medikamenten lindern. Hier gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten mit Antiallergika. Die beiden gängigsten sind Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren. Antihistaminika schwächen die Wirkung des aus den Zellen ausgeschütteten Histamins oder heben sie sogar auf. Antihistaminika werden meist als Tablette eingenommen und werden, bis auf ihren müde machenden Effekt in der Regel sehr gut vertragen.

 

Mastzellstabilisatoren stabilisieren die Zellmembran, daher kann dass Allergen zwar noch an die Zelle andocken, die Zelle ist aber widerstandsfähiger und gibt daher das in ihr enthaltene Histamin nicht frei. Mastzellenstabilisatoren werden meist lokal als Augentropfen oder Nasenspray verabreicht. Auch die Einnahme von Calcium macht die Zellmembran stabiler gegen Allergene.

 

 

 

Allen Antiallergika ist eines gleich. Nur bei regelmäßiger Anwendung können sie ihr volles Wirkspektrum entfalten. Soll heißen, Antihistaminika werden wegen des müde machenden Effektes abends vor dem Schlafengehen eingenommen. Calcium wird ebenfalls einmal täglich eingenommen. Mastzellenstabilisatoren müssen bis zu viermal täglich angewendet werden.

 

 

 

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Intoleranz. Sie ruft ebenfalls allergieähnliche Symptome hervor. Die Entstehung im Körper ist aber anders. Bei einer Intoleranz handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Der Körper kann bestimmte Substanzen nicht oder nicht ausreichend verstoffwechseln, meistens aufgrund eines Enzymdefekts. So kann man bei einer Laktoseintoleranz Tabletten mit dem Inhaltstoff Laktrase einnehmen. Laktrase ist das im Körper fehlende Enzym, welches benötigt wird, um Laktose zu spalten

 

 

 

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